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Kindle Jailbreak

Als ich das erste Mal gelesen habe, dass es für den Kindle einen Jailbreak gibt, wollte ich es nicht glauben. Also habe ich mich hier [KLICK] informiert. Und PLOWF, da waren sie wieder: Das Engelchen im blütenweißen Kleidchen, goldgelb gelocktem Haar und Harfe klampfend rechts und das Teufelchen im adrett roten Strampler mit Arschklappe und Dreizack links.

Engelchen (zartes Fistelstimmchen): „Warum soll man ein Gerät „jailbreaken“, wenn es doch genau das tut, was es soll? Es zeigt Bücher sauber an, lässt sich – entgegen anderer, smarter Geräte mit i, deren Namen ich hier nicht nennen möchte – ohne spezielle, extremst langsame Software bespielen und löscht nicht alles wieder runter, bloß weil Du es über den Zweit- oder Drittrechner bespielst. Warum die eingebaute Software verändern oder gar zerstören, nur um an Funktionen zu kommen, die der Hersteller nicht vorgesehen hat? Du weißt doch nicht, was dabei kaputt geht und im Anschluss hast Du dann einen eReader, der als besseres Schneidebrettchen seinen Lebensabend verbringt. Sei schlau, lass den Eingriff. Beim smarten Gerät mit dem i, dessen Namen ich hier nicht nennen möchte, hat es Dich auch nicht glücklich gemacht. Tu es nicht.“

Teufelchen (grollende Whisky-Raucherstimme): „Vier einfach Worte: Weil Du es kannst!“

Ich: „Ok.“

PLOWF … Engelchen platzt.

Also habe ich mir noch einmal die Beschreibungen ganz genau durchgelesen. Ich bin zwar ein experimentierfreudiger Bastelfreund, aber kein Idiot, der leichtfertig seine gute Technik aufs Spiel setzt. Mein Kindle DX hat die im Moment aktuelle Firmwareversion 2.5.8 (555370010) aufgespielt. Der Jailbreak ist laut Beschreibung bis zur Version 3.1.x funktionsfähig.

Meine Erwartung: Ich möchte gern eigene Screensaver – also Bilder, welche der Kindle anzeigt, wenn er ausschaltet ist – verwenden. Die originalen Bilder sind zwar schön, aber auf die Dauer zu langweilig. (Es gibt KEIn Garfield-Screensaver 🙂 )

Da ich einen Kindle DX Graphite besitze, erläutere ich für diesen auch die Vorgehensweise. Diese unterscheidet sich beim Besitz eines anderen Kindles nur in der Wahl der richtigen Update-Datei. Die nötige Software findet man hier:

Mich als glücklichen Kindle DX-Besitzer interessiert aus beiden Softwarepaketen die bin-Dateien mit dem Kürzel dxg im Namen. In beiden Paketen gibt es eine install und eine uninstall. Wenn man sich dazu entscheidet, eine neue Firmware von Amazon aufzuspielen, sollte man vorsichtshalber die Modifikationen wieder deinstallieren. Die bin-Dateien für die Deinstallation sollte man sich also sorgfältig da speichern, wo man sie auf jeden Fall wiederfindet.

Der Kindle muss über USB an den Rechner angeschlossen werden. Die Installation verläuft in zwei Schritten und ist schnell erklärt:

1. Schritt – Jailbreak

  • update_jailbreak_0.6.N_dxg_install.bin auf den Kindle kopieren
  • USB-Verbindung trennen
  • auf dem Kindle über Menu–>Settings–>Menu–>Update Your Kindle den Installationsvorgang starten

Das Update schlägt mit einer Fehlermeldung mit dem Fehlercode U006 in der linken, oberen Ecke fehl und der Kindle startet neu. Nach dem Neustart kommt der Kindle erneut an die USB-Strippe und es erfolgt der

2. Schritt – Screensaver

  • update_ss_0.20.N_dxg_install.bin auf den Kindle kopieren
  • USB-Verbindung trennen
  • auf dem Kindle über Menu–>Settings–>Menu–>Update Your Kindle den Installationsvorgang starten

Dieses Update wird ordnungsgemäß durchgeführt und danach startet der Kindle DX neu. Wenn man den ebook-Reader danach über USB wieder an den Rechner anschließt, findet man auf ihm einen neuen Ordner mit dem Namen linkss. Hier findet man unter Backups alle originalen Screensaver für die sowohl die 6″, als auch die 9,7″-Variante des Kindles.

Möchte man nun eigene Screensaver verwenden, dann speichert man diese unter linkss–>Screensaver und startet das Gerät über Menu–>Settings–>Menu–>Restart neu. Danach sind die neuen Screensaver aktiv.

 

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3 Comments

  1. Micha Micha

    Die Links für die nötige Software funktionieren leider nicht.
    Folgende Meldung:
    Invalid Attachment specified. If you followed a valid link, please notify the administrator

    • dasI dasI

      Hoi Micha. Vielen Dank für den Hinweis. Ich habe die Links repariert. Jetzt funktionieren sie alle wieder.

  2. […] Ich selbst sehe die Situation durchaus entspannt: Zum einen habe ich tatsächlich nicht vor, Geld in aktuelle Bestseller zu investieren (die ich hierzulande meist für den gleichen Betrag in materieller – und mithin leicht wieder verkauf- oder verschenkba­rer – Papierform erwerben könnte). Die selbstauferlegte Beschränkung auf kostenlose Klassiker (sprich mittlerweile gemeinfreie Werke) kann mir schon weit mehr literarische Pretiosen in den Kindle-Speicher spülen, als ich zu meinen Lebzeiten jemals zu lesen imstande wäre. Zudem kann der / die / das Kindle sehr wohl mit allerlei offenen Formaten umgehen, mit einem universellen Konvertierungsprogramm wie calibre kriegt man so ziemlich alles auf das elegante Lesebrettchen, was frei von einem DRM-Kopierschutz ist. Und selbst den bekäme man mit einiger krimineller Energie weg und bräuchte dafür sein Gerät noch nicht einmal zu »jailbreaken«… […]

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